DKW NZ 350-1 – Nebenprojekt: Motor

Fortsetzung aus dem Jahr 2017: Heute möchte ich euch die Motorüberholung zu Teil werden lassen. Der erste Eindruck bestätigte sich – ein augenscheinlich toter Patient aus dem November 1944.

Die Kurbelwelle war festgegammelt und das Pleuel krumm, Kurbelwellenraum total verrostet, Getriebe (dem Herrn sei Dank!) in gutem Zustand, die Kupplung eine rostig-verschmolzene Einheit und die Lichtmaschine ein Heim für Spinnen. Also fängt man langsam und behutsam an den Motorblock in seinen Einzelteile zu zerlegen und die Wärme aus dem Steinel wirken zu lassen und ihn vom Keim zu befreien – man ist überrascht wie robust der Stahl aus dieser Zeit ist und allem getrotzt hat – und dann kam ich 🙂

Schön zu sehen: der Motor ist in in Einheitsgrau lackiert und nicht in Schwarz!

Der Kupplungskorb ist offensichtlich wenig gelaufen (Verzahnung), was im Gesamten auf wenig Betrieb der Maschine schließen lässt. Der Korb wurde per Elektrolyseverfahren (danke an Jörg) vom Rost befreit, abgebürstet und nachgearbeitet, somit konnte dieses seltene und wichtige Originalteil erhalten werden. Die Zwischenscheiben wurden nebst der Reibbelagscheiben ersetzt um die korrekte Funktion zu gewährleisten.

Alle notwenigen Teile waren besorgt und nun konnte der Zusammenbau beginnen. Ich spare mir es jeden Schritt zu kommentieren 🙂

Aufgepasst, da es mich kurz selber leicht erregt hatte: Motordichtsätze vom Polen enthalten eine Mitteldichtung zum Motor, diese gab es original nicht und verändern somit das Axialspiel der Kurbelwelle welches man dann neu angleichen muss!

Am Ende kommt dann, nach vielen Stunden und viel Ballermann-Radio, jenes beflügelnde Schaffenswerk heraus:

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4 Gedanken zu “DKW NZ 350-1 – Nebenprojekt: Motor

  1. Guten Abend,
    alles in allem eine wahnsinnig gute Renaissance-Geschichte einer, nein mehrerer NZ. Sicher gehst Du professionell ebenfalls mit Motorrädern oder Technik um. Ich kann mir sonst nicht vorstellen, woher sonst das Wissen und der letztlich erfolgreiche Ansatz zum Aufbau grade eines solchen Motors kommen soll.
    Und gerade diese Erfahrung zum erfolgreichen Aufbau ist denkbar selten und wertvoll. Ich hoffe deshalb, dass Du Wege findest diese Erfahrung mit der Welt zu teilen. Entweder hier oder als Profession, keine Seltenheit ist billig.
    Also großen Respekt und mehr davon!
    Allzeit gute Fahrt!

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    1. Vielen lieben Dank Stefan, ja es erfordert Zeit und Hingabe zur Sache etwas wieder so herzustellen wie es war. Natürlich hat man ein paar Hürden zu nehmen und auch ein paar Dinge, die man aufgrund der langen zeitlichen Distanz nicht mehr 100%tig hin bekommt. Das Gesamtergebnis funktioniert aber und das ist wichtig =) Besuch mein Tagebuch bald wieder!

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  2. Guten Abend,
    mit Freude und großem Interesse habe ich hier mal gestöbert und hoffe Ihr könnt mir helfen. Ich habe eine NZ 350-1 im augenscheinlich nahezu unrestauriertem Zustand, alles original DKW Teile. Nur die Optik passt nicht zur 350-1, sondern eher zur 350 (verchromter Tank usw.) Typenschild 350-1 BJ 45 Ausführung Wehrmacht, Rahmennummer 6XXX. Kann es sein, das 45 die Maschine im Werk noch aus Restbeständen gefertigt wurde z.B. Rahmen der 350-1 und Tank der 350, eben alle Rester verbaut? Oder ist es eher wahrscheinlich, das in den Jahren von 45 bis in die 70er entsprechende Veränderungen vorgenommen worden sind? ab den 70ern ist mir die Historie bekannt (sie stand seit den 70ern in der Scheune und wurde dann 87 von meinem Vater gekauft.

    für Infos und Tipps zur Restaurierung würde ich mich sehr freuen.

    Grüße aus Thüringen

    Steffen

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